Daten und Fakten

1896 - 1919

Die Gasanstalt verpflichtet sich zur Lieferung eines vorzüglichen Gases, welches nach bewährten Methoden gereinigt, insbesondere frei von Schwefelstoff ist, mit hell leuchtender Flamme brennt und beim Brennen keinen üblen Geruch verbreitet." Mit diesem hohen Qualitätsanspruch wird 1896 der Vertrag zwischen dem Magistrat der Stadt und der neu gegründeten Gasanstalt Soltau GmbH geschlossen. Die Stadt verpflichtet sich, ab 1. Oktober des gleichen Jahres jede ihrer 126 Gaslaternen etwa 900 Stunden im Jahr brennen zu lassen. Der Preis: 3 Pfennig für jede öffentliche Flamme und Brennstelle, inklusive Bedienung und Unterhalt der Gaslaternen. Zudem sind am 1.10.1896 86 Privatabnehmer an die Versorgung mit Leucht- und Kochgas angeschlossen.

Die neue Energiequelle Gas erfreut sich wachsender Beliebtheit. Bis zum 31.3.1919 steigt die Zahl der Verbraucher auf 1039, so dass es 1919 notwendig wird, einen 2.000 Kubikmeter fassenden Gasbehälter zu errichten. Bis zu seinem Abriss im Jahre 1971 gilt er als ein Wahrzeichen Soltaus.

1919 - 1939

Aufgrund der bevorstehenden Einführung der Elektrizitätsversorgung werden die von Soltauer Geschäftsleuten gehaltenen privaten Gesellschaftsanteile der Gasanstalt 1919 an die Stadt Soltau verkauft, die damit alleiniger Gesellschafter wird.

Im Mai 1921 wird schließlich der erste Stromlieferungsvertrag zwischen dem Elektrizitätsverband Stade und dem Magistrat der Stadt Soltau besiegelt. Gleichzeitig wird die Erledigung der laufenden Elektrizitätsangelegenheiten der Gasanstalt Soltau übertragen.

Aus wirtschaftlichen Überlegungen wird die Gasanstalt Soltau Gmbh am 25.9.1936 in ihrer bisherigen Rechtsform aufgelöst und ihr Vermögen auf die alleinige Gesellschafterin, die Stadt Soltau, übertragen. Soltaus Energieversorgung wird jetzt von den „Städtischen Betriebswerken“ als kommunaler Eigenbetrieb sichergestellt.

1939 - 1948

Die Auswirkungen der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik und des 2. Weltkrieges machen sich auch in Soltau bemerkbar. Es kommt zu spürbaren Versorgungsengpässen, darunter auch bei der Verfügbarkeit von Kohle, dem Grundstoff zur damaligen Gasgewinnung. So dass 1944 in Soltau Gasspartage eingeführt werden. Auch nach Kriegsende kommt es noch längere Zeit zu Abschaltungen bei der Stromversorgung und Sperrstunden bei der Gasversorgung. Die Behebung der umfangreichen kriegsbedingten Schäden im Leitungsnetz nimmt geraume Zeit in Anspruch und erfordert von den Stadtwerken hohe Investitionen.

1949 - 1962

Die Reorganisation der Energieversorgung schreitet sichtbar voran. 1956 kann der seit langem geplante Bau einer Vertikalkammerofen-Anlage realisiert werden, welche die alten und nicht mehr effizient arbeitenden Öfen ersetzen soll. Neben dem Versorgungsgebiet wachsen jetzt auch die Geschäftsfelder der Stadtwerke Soltau. Mit dem Erwerb des Grundstücks am Schüttenbusch nehmen die Pläne einer zentralen Wasserversorgung 1958 endlich konkrete Züge an. Aus dem dort gebohrten Brunnen wird im Mai 1959 erstmals Trinkwasser verkauft. Bis 1962 steigt die Abnehmerzahl auf 459 Haushalte.

1963 - 1969

Zur Deckung der durch fortschreitende Industrialisierung und wachsende Bevölkerungszahl steigenden Nachfrage nach Gas wird 1963 die neue Flüssiggas-Spaltanlage in Betrieb genommen. Um die ernsten Wasserprobleme der Stadt ein für alle Mal zu beheben, wird den Stadtwerken 1964 der Auftrag für die städtische Wasserversorgung erteilt und im folgenden Jahr mit dem Bau des Wasserwerks und dem umfassenden Ausbau des Versorgungsnetzes begonnen. 1967 ist das Wasserwerk fertig gestellt und 80% der Soltauer Häuser sind über ein modernes Rohrsystem an die zentrale Wasserversorgung angeschlossen.

1970 - 1984

Am 28.5.1970 werden die Stadtwerke Soltau in eine GmbH umgewandelt und nach 75 Jahren Gaseigenerzeugung beginnt 1971 mit der Umstellung auf Erdgas für Soltau eine neue Ära der Energieversorgung. 1971 beteiligen sich die Stadtwerke als Gesellschafter an der im Vorjahr von der Stadt Soltau gegründeten Bäder- und Fremdenverkehrsgesellschaft mbH. Neben der Tourismusförderung und der Unterhaltung des seit 1951 bestehenden Freibades ist ein Hauptanliegen der Bäder- und Fremdenverkehrsgesellschaft die Planung und Errichtung eines Hallenbades in Soltau. Am 19.12.1973 eröffnet das neue Hallenbad, das bereits im ersten Jahr 228.619 begeisterte Besucher registriert.In Ergänzung zum Bäderensemble baut die Bäder- und Fremdenverkehrsgesellschaft am Eingang zum Böhmewald eine Kunsteisbahn, deren Eröffnung am 6.12.1975 gefeiert wird. Bei einer Probebohrung wird 1974 auf dem Gelände des Freibades Sole entdeckt, ein Fund, der die touristische Entwicklung Soltaus positiv beeinflussen wird, denn eine große Heilwasser-Analyse bestätigt, dass die in Soltau geförderte Sole den Richtlinien für Kurorte und Heilbrunnen entspricht. Steigende Einwohnerzahlen, ein durch Einbeziehung der Ortschaften ständig wachsendes Versorgungsgebiet, die Kunsteisbahn, das Hallenbad, die Krankenhäuser, sie alle verlangen nach neuen Energiekonzepten. 1983 geht das Blockheizkraftwerk ans Netz, das seine Kunden mit Fernwärme versorgt.

1985 - 1990

Wie der Name unserer Stadt andeutet, ist die Geschichte Soltaus eng mit dem Salz und der Sole verwoben. Erstmalig wurde Soltau 937 in einer Schenkungsurkunde als curtis salta erwähnt und immer wieder wurde der Versuch unternommen, die Sole wirtschaftlich zu nutzen, doch meistens ohne Erfolg. Die Erschließung der Sole zu Heilzwecken ist ein richtungweisender Entschluss in der Entwicklung Soltaus. Die Quelle, die aus 201 Metern Tiefe sprudelt, wird 1985 als Heilquelle anerkannt, Soltau darf 1987 den Titel "staatlich anerkannter Ort mit Solekurbetrieb" führen und der Rat der Stadt entscheidet den Bau der Soltau-Therme, die am 17.9.1990 eröffnet wird.

2000 - 2009

Auch im 21. Jahrhundert sind die Stadtwerke Soltau in ihren Geschäftsbereichen kundenorientiert und erfolgreich tätig. So werden die Angebote der Soltau-Therme ständig optimiert und erweitert: 2006 wurde der Saunabereich umfassend modernisiert und es konnte der neue Vitadrom-Fitnessbereich in Betrieb genommen werden. Der Eingangsbereich wurde neu gestaltet und seit kurzem können sich unsere Gäste in der neu gestalteten Therme-Lounge kulinarisch verwöhnen lassen. Mit dem Wandel der Energiebranche haben sich auch die Erwartungen der Kunden und natürlich auch die eigenen Ansprüche an das Unternehmen geändert. Mit dem Angebot von Naturstrom beschreiten die Stadtwerke Soltau seit 2008 einen verantwortungsvollen und zukunftsorientierten Weg der Energieversorgung. Am 1.8.2008 übernimmt Dr. Claus-Jürgen Bruhn die Geschäftsführung von seinem langjährigen Vorgänger Dipl.-Ing. Wolfgang Wankum. Unter seiner Leitung wird das flexible und moderne Unternehmenskonzept aus Wirtschaftlichkeit, Transparenz und Kompetenz kundenfreundlich und erfolgreich fortgesetzt. Durch eine Kooperationsvereinbarung mit der Stadt Soltau übernehmen die Stadtwerke zum 1.1.1999 die Betriebsführung der Abwasserbeseitigung. Das Reise- und Verkehrsbüro wird zeitgleich ausgegliedert und als GmbH der Stadt Soltau fortgeführt.